Nach dem Vortrag von Hilde Mattheis: Die Bürgerversicherung muss kommen!

Veröffentlicht am 10.06.2017 in Aktuelles

Der Weg zur Bürgerversicherung

Hilde Mattheis zur dringend benötigten Reform des Gesundheitswesens

 

Nie war die Zeit besser das Gesundheitssystem zur reformieren als jetzt. Aufgrund der Zinsflaute schwächeln die privaten Krankenversicherungen (PKV). Aufgrund der hohen Beiträge wünschen sich viele Bürger in die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) zurück. Hilde Mattheis, Bundestagsabgeordnete aus Ulm, referierte hierüber im Bürgerhaus vor rund 30 Teilnehmern. Zu Gast war auch unser Kandidat im Bundestag, Michael Jantzer, der sich am 20. Juli in Botnang vorstellt.

 

Die wesentlichen Punkte der Einführung der Bürgerverischerung:

Erstens, Wiederherstellung der paritätischen Finanzierung. Im Zuge der Agenda 2010 wurde die Parität ein Stück weit aufgegeben, um die Lohnnebenkosten nicht über 40 Prozent steigen zu lassen. Dies muss rückgängig gemacht werden. Das heißt, Arbeitnehmer und –geber zahlen wieder den gleichen Satz in die Krankenversicherung.

Zweitens, die Verbeitragung von weiteren Einkommen. Über die Einkommensteuererklärung lassen sich weitere Einkommen, wie beispielsweise Kapitalerträge erfassen und verbeitragen. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Finanzierung der Bürgerversicherung.

Drittens, Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze. Nach derzeitigem Niveau wird ab einem bestimmten Einkommen das Einkommen, das über der Bemessungsgrenze liegt, nicht mehr verbeitragt. Das heißt, dass von einem Teil des Einkommens keine Beiträge mehr in das System eingezahlt werden. Diese Beitragsbemessungsgrenze soll mindestens auf Niveau der Rentenversicherung angehoben werden. Generell gilt das Äquivalenzprinzip. Das bedeutet, dass jeder Mensch in etwa das aus der Versicherung erhält, was er einzahlt. Die meisten Gesundheitskosten verursacht ein Mensch im Übrigen in seinen letzten beiden Lebensjahren.

Viertens, die Unterschiede in den ärztlichen Vergütungen zwischen PKV und GKV müssen aufgehoben werden. Das entlastet nicht nur das Gesundheitssystem, sondern auch die Privatpatienten, denen aufgrund finanzieller Fehlanreize Behandlungen verschrieben werden, die sie gar nicht benötigen. Dieser Punkt ist wohl der konfliktreichste. Die Ärzte-Lobby jedenfalls, wettert massiv dagegen.

Fünftens, Wahlfreiheit. Rund zehn Prozent der Versicherten sind privat versichert. Das sind viele Selbstständige aber auch ein Großteil der Beamten. Letztere müssen die Möglichkeit haben, ebenfalls den Arbeitgeberzuschuss zu erhalten.

 

Die Bürgerversicherung ist derzeit die einzige Alternative zum weltweit einzigartigen dualen System in Deutschland. Sie ist umlagefinanziert, solidarisch und gerecht. Die Verbeitragung weiterer Einkommen sorgt dafür, dass das System auch in Zeiten des demografischen Wandels stabil bleibt und löst damit die gravierenden Probleme, die PKVs in Zeiten des Nullzinses haben. Nur die Bürgerversicherung garantiert ein zukunftsfähigen Gesundheitssystem, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger leisten können und das ein humane medizinische Versorgung sicherstellt. 

 
 

Ihr direkter Link zum Gremium

Ihr direkter Draht zum Bezirksbeirat Botnang:
Ist Ihnen ein Missstand in Botnang aufgefallen, oder haben Sie Verbesserungsvorschläge zum Allgemeinwesen und zur Politik? Gerne können Sie direkt mit unserem Bezirksbeirat in Verbindung treten:

bezirksbeirat@spd-botnang.de

Ihre SPD-Bezirksbeiräte in Botnang

Dr. Mark Bachofer, Norbert Latuske,
Helga Urban und Wolfgang Mayer-Ernst

Aktuelles aus der Partei

19.08.2018 18:32 Sommerinterview mit Andrea Nahles
Berlin direkt – Sommerinterview vom 19. August 2018 Andrea Nahles, SPD-Vorsitzende, im Gespräch mit Thomas Walde Hier geht´s zur Mediathek

19.08.2018 18:26 Die Zeit drängt: Das Mieterschutzgesetz muss jetzt kommen
Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist ernst. Der Entwurf des Mieterschutzgesetzes von Ministerin Dr. Katarina Barley setzt die Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag um und leistet damit einen wichtigen Beitrag, um Wohnen in Deutschland bezahlbarer zu machen. Ein zügiger Abschluss des Gesetzes hat höchste Priorität, damit ein Inkrafttreten zum 01. Januar 2019 sichergestellt ist. „Angesichts der

17.08.2018 18:27 Erwarte vom Treffen Merkel und Putin Signal der Entspannung
An diesem Samstag trifft die Bundeskanzlerin auf den russischen Präsidenten. SPD-Fraktionsvize Post macht deutlich: Nicht Konfrontation und Freund-Feind-Denken, sondern die pragmatische Suche nach Lösungen muss im Vordergrund stehen. „Meine Erwartung ist, dass von dem morgigen Treffen von Kanzlerin Merkel und Präsident Putin ein Signal der Entspannung im deutsch-russischen Verhältnis ausgeht. Nicht Konfrontation und Freund-Feind-Denken, sondern die

Ein Service von websozis.info

Jetzt Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden

Online spenden

Online spenden